18/10/2026
BUCHEMPFEHLUNG FÜR INTERESSIERTE
"STOFFWECHSEL TYPEN"
Warum manche alles essen können und andere schon beim Anblick eines Kuchens zunehmen?
Gerade in Zeiten von Influenzer Überschwemmungen und deren "Halbwissen", ist es wichtig sich wissenschaftliche Informationen anzueignen um sich und dem Körper nicht zu schaden. In diesem Sinne empfehle ich das Buch von Stoffwechsel Forscher Dr. med Tim Hollstein.
Er zeigt, wie wir den Stoffwechsel gezielt anheizen um gesund zu bleiben und wer es möchte,etwas abzunehmen.
WELCHER STOFFWECHSEL TYP BIST DU?
Welcher Stoffwechseltyp man ist, ob sparsam oder verschwenderisch, wird maßgeblich durch die Gene bestimmt. Aber auch Faktoren wie der Zeitpunkt unserer Zeugung spielen eine Rolle. Doch im Gegensatz zu diesen Faktoren haben wir andere selbst im Griff: Warum es sich lohnt, vom Warmduscher zum Eisbader zu werden, welche Rolle Sport spielt und welche Lebensmittel den Stoffwechsel ankurbeln – Antworten dazu gibt's von Dr. med Tim Hollstein
HORMENSIS
Was uns nicht umbringt, macht uns stärker
Unser Körper ist für Anpassung gebaut. Das Prinzip der Hormesis nutzt genau das: Kurze, intensive Reize aktivieren körpereigene Schutz- und Reparaturprozesse. Das Ergebnis ist nicht Erschöpfung, sondern mehr Energie und Resilienz. Lernen Sie die Kunst, sich gezielt herauszufordern, um jeden Tag stärker zu werden.
Die Dosis macht das Gift
Schon der berühmte Arzt Paracelsus wusste im 16. Jahrhundert: „Allein die Dosis macht, dass ein Ding kein Gift ist.“ Genau auf dieser alten Weisheit beruht das moderne Prinzip der Hormesis. Entdeckt wurde das Phänomen unter anderem bei Pflanzen, wo Spuren von Pilzgiften das Wachstum anregten. Heute wissen wir: Gezielte, kurze Stressreize fordern unsere Zellen heraus und machen sie widerstandsfähiger – ein universelles Prinzip des Lebens.
-Die Kraft der Kälte.
Gezielte Kälteexposition ist einer der stärksten hormetischen Reize, die wir nutzen können. Ein kurzer, intensiver Kältereiz – ob durch eine kalte Dusche oder ein Eisbad – zwingt den Körper, seine innere Heizung, das braune Fettgewebe, zu aktivieren. Dieser Prozess, die sogenannte zitterfreie Thermogenese, steigert nicht nur den Energieverbrauch, sondern hat weitreichende positive Effekte. So kann regelmäßiges Kältetraining die Insulinsensitivität verbessern, das Herz-Kreislauf-System stärken und Entzündungen im Körper reduzieren. In seiner Forschung untersucht er Kältetherapie gezielt als vielversprechenden nicht-pharmakologischen Ansatz zur "metabolischen Konversion".
-Hitzetraining für die Körperzellen
Nicht nur Kälte, auch gezielte Hitze ist ein wirkungsvoller hormetischer Reiz. Setzen wir unseren Körper kontrolliert hohen Temperaturen aus, wie zum Beispiel in der Sauna, aktiviert er zelluläre Schutzprogramme. Dabei wird unser Herzkreislaufsystem trainiert und es werden sogenannte Hitzeschockproteine (Heat Shock Proteins) gebildet. Diese molekularen Helfer reparieren beschädigte Proteine, schützen die Zellen vor Stress und unterstützen so die Langlebigkeit und Widerstandsfähigkeit des gesamten Organismus.
-Fasten trainiert den Stoffwechsel-Schalter
Der bewusste, zeitlich begrenzte Verzicht auf Nahrung ist einer der ursprünglichsten hormetischen Reize. Während einer Fastenperiode schaltet der Körper von äußerer Energiezufuhr auf innere Reserven um und aktiviert tiefgreifende zelluläre Regenerations- und Reparaturprozesse. In seiner Forschung nutzen sie das Fasten als gezielten "Stress-Test", um die individuelle Stoffwechsel-Signatur eines Menschen zu entschlüsseln. Richtig angewendet, kann Fasten so zu einem mächtigen Werkzeug werden, um die Insulinsensitivität zu verbessern und die metabolische Flexibilität zu trainieren.
-Bewegung: Das klassische Hormetin
Regelmäßige körperliche Aktivität ist ein klassischer hormetischer Reiz. Durch mechanische Belastung – sei es Ausdauertraining oder Kraftworkout im Fitnesstudio – werden Muskeln und Stoffwechsel herausgefordert. Diese Belastung stimuliert die Mitochondrien-Biogenese (die Bildung neuer Zellkraftwerke), fördert die Freisetzung von Myokinen (Botenstoffe aus der Muskulatur) und steigert so die Fettverbrennung und Insulinsensitivität. Gleichzeitig wird unser Muskel stärker, um an die nächste Belastung besser angepasst zu sein.
-Ernährung als „gesundes Gift“
Bestimmte gesunde Lebensmittel, insbesondere Obst und Gemüse, enthalten sekundäre Pflanzenstoffe, die in geringen Dosen als leichte "Stressoren" für die Zellen wirken können. Diese Mikrodosen lösen in den Zellen eine adaptive Stressantwort aus. Die Zellen werden trainiert, sich zu reparieren und sich widerstandsfähiger gegen stärkere Schäden zu machen. Diese zelluläre Reaktion auf geringe Dosen von scheinbar schädlichen Substanzen stärkt die Langlebigkeit und Widerstandsfähigkeit des gesamten Organismus.
Zur Person:
Dr. Tim Hollstein ist Stoffwechselforscher und Leiter der Ernährungsmedizin am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein in Kiel