23/02/2021
Jeder fünfte Todesfall weltweit könnte eine Folge schlechter Ernährung sein.
Die Global-Burden-of-Disease-Studie hat Ernährungsgewohnheiten in 195 Ländern in der Zeit zwischen 1990 und 2017 in den Blick genommen. Die Autoren stellen fest, dass im Jahr 2017 elf Millionen Todesfälle auf zu viel Salz, zu wenig Vollkornprodukte und zu wenig Obst und Gemüse in der Nahrung zurückgingen.
Die aktuelle GBD-Studie belege mit einer Vielzahl von Erhebungen und Berechnungen, wovor Wissenschaftler und Mediziner schon lange warnen. „Auch beim Kardiologenkongress 2016 kam man zu dem Schluss, dass 80 Prozent der Krankheiten und 40 Prozent der Krebsfälle durch falsches Verhalten bedingt sind, und dass die Ernährung dabei der wichtigste Verhaltensfaktor ist.“
Die Forscher haben für 15 Lebensmittel beziehungsweise Nährstoffe jeweils eine optimale Menge berechnet, die ein Mensch täglich essen sollte beziehungsweise darf: Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte, Vollkorn, Ballaststoffe, Nüsse und Samen, Calcium, Milch, Omega-3-Fettsäuren, mehrfach ungesättigte Fette sowie rotes Fleisch, Wurst, zuckerhaltige Getränke, Transfettsäuren und Salz. Anschließend berechneten sie, wie sehr sich bei einem Abweichen von der Idealmenge das Risiko für Herzkreislaufkrankheiten, Krebs, Diabetes und einen vorzeitigen Tod erhöhte.
Das Ergebnis: Herz-Kreislauf-Erkrankungen stellen mit 10 Millionen den größten Teil der ernährungsbedingen Todesfälle, gefolgt von 913.000 Krebstodesfällen und fast 339.000 Todesfällen durch Typ-2-Diabetes. Die größten Risiken gehen laut Christopher Murray, Mitinitiator der GBD-Studie und Direktor des IHME, auf zu hohen Salzkonsum (3 Millionen Todesfälle), zu geringen Verzehr von Vollkorn (3 Millionen Todesfälle), zu wenig Obst (2 Millionen Todesfälle) und einen zu geringen Verzehr von Nüssen und Samen (2 Millionen Todesfälle) zurück. Schlechte Ernährung sei damit für mehr Todesfälle verantwortlich als jeder andere Risikofaktor.
Trotz Nahrungsfülle ernähren sich in Deutschland immer mehr Menschen mangelhaft, sodass Stoffwechselkrankheiten und Übergewicht gewaltig ansteigen. So seien etwa 50 Prozent der Erfrischungsgetränke dramatisch überzuckert.
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